Der jüdische Kalender
Der jüdische Kalender
Der Kalender ist ein Zeitplan unseres Lebens. Alles basiert auf der Übereinstimmung zwischen den Phasen der Sonne, des Mondes und der Erde und ihren gegenseitigen Veränderungen.
Sonne und Mond sind zwei Kräfte, die in der Natur existieren und uns beeinflussen. Die Sonne gibt uns alles, sie schenkt uns das Leben. Das ist eine sehr offensichtliche Kraft.
Wenn man jedoch nur nach der Sonne oder nur nach dem Mond misst, spiegelt das nicht alle Besonderheiten unserer Existenz und ihre Grenzen wider und gliedert unser Leben nicht klar. Deshalb ist der christliche Kalender nach dem Sonnenzyklus aufgebaut, der muslimische nach dem Mondzyklus, während der jüdische Kalender sich sowohl an der Sonne als auch am Mond und an den Umläufen der Erde orientiert.
Die drei Arten von Kalendern entsprechen den drei Linien: der linken, der rechten und der mittleren. Die linke Linie ist der christliche Kalender, die rechte Linie der muslimische und die mittlere Linie der jüdische Kalender, der Sonne, Mond und Erde miteinander verbindet.
Deshalb entsteht einerseits ein sehr kompliziertes Berechnungssystem, andererseits aber das Universellste. Deshalb ist der jüdische Kalender der genaueste.
Er wurde bereits vor Tausenden von Jahren im alten Babylon berechnet und dann vor 2200 Jahren von Rabbi Jehuda ha-Nasi überprüft und bestätigt. Seitdem hat er sich niemals verändert und wird bis heute klar und ohne irgendwelche Probleme eingehalten.
Wir kennen die Umläufe der Sonne und des Mondes und ihre Phasen. Im Voraus wissen wir, wann Schaltjahre, 17-Jahres-, 28-Jahres- und 50-Jahres-Zyklen eintreten – solche Zeiträume gibt es.
Und all das geht auf den ersten Tag der Schöpfung zurück, als der erste Mensch, Adam, die höhere Kraft für sich offenbarte. Seitdem ist uns jedes beliebige Datum der Geschichte völlig eindeutig bekannt: an welchem Wochentag etwas geschah, in welchem Jahr und so weiter.
Es gibt jedoch Überschneidungen des jüdischen Kalenders mit dem muslimischen und dem christlichen, da er aus beiden besteht und sie auf besondere Weise in einer mittleren Linie miteinander verbindet.
Gemäß der Kabbala beruhen die Wiederholung der vier Jahreszeiten, die sich während eines Umlaufs der Erde um die Sonne abwechseln, sowie andere Kalenderzyklen auf den zehn Sefirot des spirituellen Parzuf und ihrer Aufteilung.
Zum Beispiel ergeben die vier Stadien des Parzuf, multipliziert mit den drei Linien, die Zahl 12. Deshalb ist das Jahr in 12 Monate eingeteilt, der Tag in 12 Stunden am Tag (das Licht von Chassadim) und 12 Stunden in der Nacht (das Licht von Chochma).
Die Aufteilung des Seir Anpin in 6 Teile, multipliziert mit 10, ergibt 60. Deshalb haben wir 60 Sekunden in einer Minute und 60 Minuten in einer Stunde.
Außerdem gibt es ein Schaltjahr mit 13 Monaten. Es gibt ein besonderes Jahr – das siebte – und ein besonderes Jahr – das fünfzigste.
Die Monatsnamen des christlichen Kalenders stammen aus dem antiken Rom und tragen altrömische Bezeichnungen wie „Juli“, „August“ und so weiter, während die Juden andere Namen haben.
Feiertage und besondere Daten
Das ganze Leben ist gemäß dem Programm der Schöpfung ein Prozess der Korrektur des geschaffenen Egoismus hin zu seiner Nutzung im Geben und in der Liebe, zu den Menschen und von ihnen – zum Schöpfer. Ein anderes Ziel, einen anderen Sinn und eine andere Erfüllung des Lebens gibt es nicht.
In diesem Prozess gibt es gewöhnliche Handlungen der Korrektur – die Wochentage – und besondere Handlungen – den Schabbat und die Feiertage.
Die Feiertage, besondere Handlungen der Korrektur, werden von der Tora in Chagim (Pessach, Shawuot, Sukkot) und Mo'adim (übersetzt – heilige Versammlungen; heilig – weil die Eigenschaft des Gebens Heiligkeit genannt wird) unterteilt.
Während der Mo'adim werden besondere Korrekturen durch eine größere Vereinigung (Versammlung) der Seelen vorgenommen, und auf diese Weise erreichen sie eine besondere Stufe der Annäherung an den Schöpfer. Der große Kabbalist Ari behandelt diese Zustände ausführlich in dem Buch „Ta'amei Mizwot“.
In unserer Zeit gibt es keine Mo'adim, da es keinen Tempel gibt und wir nicht auf der Stufe der Versammlung der Seelen zu einer einzigen Seele sind.
Darüber hinaus gibt es Feiertage nach den Daten des Kalenders, das heißt durch die direkte Ausführung des Programms der Korrektur – Shabbat, Rosh Chodesh (Neumond), Rosh haShana (Neujahr), Jom Kippur (Tag der Sühne des Egoismus).
Somit gibt es insgesamt fünf Feiertage: Pessach (April), Shawuot (Juni), Rosh haShana (September), Jom Kippur (Oktober), Sukkot (Oktober).
Jedem von ihnen entspricht eine bestimmte Erhebung entlang der 125 Stufen der Leiter des Aufstiegs bei der Korrektur der Seele – von der Ebene unserer Welt, der egoistischen, bis zur vollständigen Ähnlichkeit der Seele mit dem Schöpfer, bis zur Welt der Unendlichkeit.
Alle besonderen Tage sind Zustände des Aufstiegs infolge der besonderen Verbindung der Seelen zu einer immer größeren Vereinigung untereinander, um wie Einer zu werden, wie der Schöpfer.
Alle Feiertage sind uns aus der Zeit überliefert, als das Volk Israel auf einer spirituellen Ebene war und nach dem Plan des Schöpfers Handlungen der Korrektur ausführte.
Aus dem Buch “365 МОЛИТВ - СЛОВА ПОДДЕРЖКИ НА КАЖДЫЙ ДЕНЬ” (365 Gebete - Unterstützende Worte für jeden Tag)